Joachim Gottschalk 10.04.1904 – 7.11.1941
(Deutscher Schauspieler)
Wurde am 10. April 1904 in Calau (Niederlausitz) als Sohn eines Arztes geboren. Nach Schule und Abitur fuhr er zunächst als Matrose auf einem Schulschiff der Handelsmarine drei Jahre lang zu See, danach nahm er anfangs in Cottbus, später in Berlin Schauspielunterricht.
Ein erstes Engagement erhielt er in Stuttgart, weitere Verpflichtungen führten den jungen Schauspieler nach Kolberg, Leipzig, Zwickau und Frankfurt a.M. Er spielte vorwiegend jugendliche Helden, wechselte später in Berlin in das Charakterfach und brillierte beispielsweise an der “Volksbühne” in Schiller’s “Fiesco”. Seinen letzten Bühnentriumph feierte er am 5. November 1941 in Goldonis “Diener zweier Herren”.
1931 hatte Gottschalk die jüdische Schauspielerin Meta Wolff geheiratet, mit der Machtergreifung der Nazis wurde ihm nahegelegt, sich von seiner Frau scheiden zu lassen, was Gottschalk ablehnte. Er spielte überwiegend Theater, wies Filmangeboten anfangs zurück, um nicht zu sehr in der Öffentlichkeit zu stehen und dadurch seine Familie zu schützen.
Die Nazis hatten die Deportation seiner Frau und seines achtjährigen Sohnes in ein Konzentrationslager angeordnet, am 7. November 1941 wählten Joachim Gottschalk, seine jüdische Frau Meta und ihr gemeinsamer neunjähriger Sohn Michael den Freitod als letzten und einzigen Ausweg aus einer ausweglosen Situation, der bevorstehenden Deportation nach Theresienstadt.
Vor der Öffentlichkeit wurde der Selbstmord der Familie Gottschalk geheimgehalten, die Beerdigung auf dem Südwestfriedhof in Berlin-Stahndorff sollte im kleinsten Rahmen stattfinden – trotz Verbot kamen jedoch alle Schauspieler-Kollegen und Freunde; erst 1999 wurde das Grab der Familie in die Liste der Ehrengräber Berlins aufgenommen.
Kurt Maetzig verfilmte das Leben und tragische Ende Gottschalks währen des Nazi-Regimes unter dem Titel “Ehe im Schatten” mit Paul Klinger und Ilse Steppat in den Hauptrollen – ein Film, der ein Millionenpublikum erreichte.
Heute erinnert eine Gedenktafel in Berlin in der Toni-Lessler-Str. 2 an das Schicksal Gottschalks und seiner Familie;

