Gottsched, Johann Christoph Adolf (1759-1838), Kriegsrat in Kassel

Gottsched, Johann Christoph Adolf (1759-1838), Kriegsrat in Kassel, Vertrauter und 1805-1821 Geheimer Kabinettsarchivar Kurfürst Wilhelms I. von Hessen-Kassel, Neffe von Johann Christoph G.

Bandinformation:

Briefschreiber(in) in Band 8 RA
erwähnt in Band 8 RA

(RA = Briefe an Goethe. Gesamtausgabe in Regestform. [Regestausgabe]. Bd. 1ff. Weimar 1980ff.)
Regestausgabe “Briefe an Goethe”, © Sämtliche Urheberrechte liegen beim Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger

SACHSEN-WEIMAR UND EISENACH, KARL AUGUST HERZOG VON

1803 ? März 2. Hälfte
Weimar

Die Beylage, die S. in einigen Tagen zurückerbitte, werde G. interessieren. – Frage, ob A. Piron (vgl. “Oeuvres choisies”, Ruppert 1618) G. Spaß mache. – J. L. Stoll werde G. ein Werk in Alexandrinern, nach dem Französischen (“Scherz und Ernst” nach Dieulafoy), produciren, dessen versart, in unsrer Sprache an die Alongen perücken der Gottscheeds u. Consorten erinnere. K. Jagemann und J. H. C. L. Bekker wollten es aufführen (am 11. Mai). Einige böse reime könnten vorher wohl ein bißchen gezüchtiget werden.

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MENKEN, JOHANN HEINRICH

1805 Dezember 15
Bremen
A: an N. Meyer, 1805 Dezember 25 (19, Nr. 5157)

M. dankt für das gerechte Urteil über seine zur vorigjährigen Ausstellung [...] zugesandten Malereien (J. H. Meyer und G. “Weimarische Kunstausstellung vom Jahre 1804″, in: JALZ 1805, I. Quartal, S. I-XII, bes. S. VI), zumal er von G.s abweichender Auffassung der Landschaftsmalerei wisse. Jenen Styl, den G. vorziehe, möchte M. mit einer Opern Dame vergleichen, und den Anderen einem Landmädchen, ohne Anmaßung und Prunk. M. meint, daß dem Genie die Bahn weder beengt noch vorgeschrieben werden solle. Entschiedene Stellungnahme gegen die Italienvorliebe der Kunstliebhaber und -richter unter Hinweis auf die niederländische Landschaftsmalerei. Viele Stellen in G.s Werken seien der Malerei von Ruisdael und A. van Everdingen verwandt, und diese würden sich zu Claude Lorrain wie Ossian zu Homer verhalten. Sie seien bedeutsamer als Claude und (? N.) Poussin; erwähnt: Hackert. G. möge auch denjenigen Künstlern, die Italien nicht kennenlernen können, ein gerechtes Urteil zukommen lassen; nehmen Sie es doch mit diesen Sachen etwas genauer, und loben Sie nicht Gutes und Schlechtes zusamen. – Zur diesjährigen Preisaufgabe könne er nur zwölf Zeichnungen zu N. Meyers Übersetzung “Hennink der Hahn” (von K. F. Renner) liefern sowie einige (von F. A. Dreyer; vgl. RA 5, Nr. 222) radierte Aesopische Fabeln; von den drei letzten füge er einen Abdruck bei. Einige Versuche zum Reineke Fuchs wolle er in der Folge zusenden. Die bekandten vortreflichen Bilder (Everdingens) zu der Gotschedschen Übersetzung (“Heinrich van Alkmar Reineke der Fuchs”) sind Ihnen gewis bekandt, sie müssen zum Maasstab für Arbeiten der Art dienen. Erwähnung von F. Snyders und P. Potter. – Er hoffe, G. überzeugen zu können, daß es ausser dem Italiänischen Himmel noch Schönheiten unter dem Deutschen gebe. – Bitte um baldige Rücksendung seiner vorjährigen Ausstellungsstücke.

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MENKEN, JOHANN HEINRICH

1817 Mai 27
Bremen
A: 1817 Juni 19 (28, Nr. 7777); 1817 Juni 20 (vgl. WA III 6, 64)

F. E. Walte wünscht zu seiner Übersetzung von G. B. Castis “Die redenden Tiere” von M. einige radierte Blätter in der Art der bekanndten zum Reineke Fuchs zu sehen (? Anspielung auf A. van Everdingens Illustrationen in J. C. Gottscheds Übersetzung von Hinrek van Alckmers “Reineke der Fuchs”). M. übersende einige Skizzen mit der Bitte um G.s Urteil (vgl. H. Meyer und G. “Skizzen zu Castis Fabelgedicht: Die redenden Tiere”, in: “Über Kunst und Altertum” I 3); Hinweis auf seine G. bekannten Illustrationen zu N. Meyers Ausgabe des “Hennink der Hahn” (von K. F. Renner) und auf seine (von F. A. Dreyer radierten) Zeichnungen zu den “Fabeln” des Äsop (vgl. RA 5 und RA 6). – Klagen über das Schicksal der Künstler, die in Bremen vergessen und verkannt würden. Um den Vergeßnen der Vorzeit Gerechtigkeit zu verschaffen, bittet er G., noch ein Seculum länger zu leben; erwähnt: Raffael und Dürer, Bezugnahme auf das AT. – Vorstellung seines Freundes K. Iken, der M.s Künstlerbahn zu ebnen und angenehm zu machen suche.

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MENKEN, JOHANN HEINRICH

1817 Juli 15
Bremen
1817 Juni 20 (vgl. WA III 6, 64)   A: -   TB: 1817 Juli 29 (E)

G.s Erlaubnis folgend übersende M. von seinem Sohn Gottfried Drey kleine Zeichnungen zum “Reineke Fuchs” nach M.s Inventionen sowie eine Zeichnung mit Kosaken von ihm selbst. Bitte, sie in seine Sammlung aufzunehmen, und um G.s Urteil, ob die Darstellungen zum “Reineke Fuchs” glüklicher sind als die zu G. B. Casti (Illustrationen zu F. E. Waltes Übersetzung “Die redenden Tiere”). – Freude über G.s Wohlwollen für jene Künstler, in deren Styl M. so gern arbeite (besonders A. van Everdingen); Anspielung auf M.s Verwandte. – Zweifel, ob Everdingen alle Platten zum “Reineke Fuchs” gefertigt habe; erwähnt: J. C. Gottscheds Übersetzung (von Hinrek van Alckmers “Reineke der Fuchs”), in der Drey oder Vier Blätter von einem gewißen [...] Foke (S. Fokke) stammten, F. Snyders, P. Boel, Rubens und P. Potter. Die Furcht, der Inquisition, dem Katholicismus und dem Mönchswesen zu misfallen verheimlichte uns den interessanten Namen des Verfassers. – Dank für G.s Bemerkungen die Scizzen zum Casti betreffend.

Regestausgabe “Briefe an Goethe”, © Sämtliche Urheberrechte liegen beim Verlag Hermann Böhlaus Nac

Author: genealogyname on 13. Februar 2011
Category: 1700-1800 Gottsched
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