Gottschalk, Louis Moreau Pianist und Komponist 8. Mai 1829 - 18. Dezember 1869
[07.03.2007] Louis Moreau Gottschalk (* 8. Mai 1829 in New Orleans, Louisiana; † 18.
Dezember 1869 Rio de Janeiro, Brasilien) war ein US-amerikanischer
Pianist und Komponist.Sein Vater stammte von spanischen Juden ab, wurde
aber in London, England geboren. Die Mutter hatte französische
Vorfahren (de Brusle), die zur Zeit der Sklavenaufstände auf Santo
Domingo, wo ihr Grossvater Gouverneur war, nach New Orleans kamen. Eine
Grossmutter und das schwarze Kindermädchen wurden dort in der Karibik -
auf Santo Domingo - geboren. Zu Hause wurde meist Französisch
gesprochen.
Er wuchs im Stadtteil Old New Orleans auf, wo er die Musik der Kreolen
und der Afroamerikaner erlebte, und studierte in Paris bei Fromental
Halévy und Hector Berlioz. Er war befreundet mit Georges Bizet und
Camille Saint-Saëns. In das Pariser Konservatorium wurde er als
Amerikaner nicht aufgenommen. 7 Jahre nach seiner Ablehnung war er
allerdings Mitglied der Jury für die Aufnahmeprüfungen für dasselbe
Konservatorium. In Spanien wurde er mehrfach von König und Königin
ausgezeichnet.
 Unter anderem hatte er in Spanien das Stück "Die Belagerung von Saragossa" für 10 Klaviere geschrieben.
Gottschalk war somit der erste amerikanische Pianist, der einen
internationalen Ruf als Virtuose erlangte. Seine Karriere als in den
USA gefeierter Konzertpianist war durch längere Aufenthalte in der
Karibik (1856–1862) und in Lateinamerika (1865–1869) unterbrochen, wo
er komponierte, z. B. die Sinfonie Nr. 1 "La Nuit des Tropiques",
Konzerte gab und Musikfestivals veranstaltete. Er komponierte
eine Reihe publikumswirksamer Klavierstücke, die teilweise der
gehobenen Salonliteratur zuzuordnen sind, zum Beispiel The Dying Poet
(Der sterbende Dichter) und The Last Hope (Die letzte Hoffnung).
Bedeutender jedoch als Gottschalks Salonmusik sind seine nationalen
Klavierstücke, die von der spanischen, lateinamerikanischen und
kreolischen Musiktradition geprägt wurden, zum Beispiel die
Klavierstücke The Banjo und La Bamboula. Nebenbei dokumentierte er
damit frühe Formen der afroamerikanischen Tanzmusik, aus der sich
später der Jazz entwickelte. Gottschalk war einer der ersten
international erfolgreichen Pianisten, die Techniken aus dem späteren
Ragtime (Synkopierung, Walking Bass, Stride) benutzten.
Menschlichkeit und Humor sind zwei Charakterzüge, auf die man immer
wieder trifft, wenn man sich mit Gottschalk beschäftigt. 1865 sollte in
San Francisco Gottschalks Bearbeitung des "Tannhäuser-Marsches" für 14
Klaviere vorgetragen werden. Unglücklicherweise konnte Gottschalk nur
auf 13 Pianisten zurückgreifen. Der Manager der Konzerthalle hatte
jedoch einen Sohn, der angeblich ein sehr guter Pianist war - bei den
Proben stellte sich aber heraus, dass er eher ein katastrophaler
Pianist war. Was tun? Gottschalk hatte nun einmal 14 und nicht 13
Pianisten angekündigt. Und ausserdem wollte er den Manager nicht
kränken. Er wies also den Klavierstimmer an, das 14. Klavier
"auszunehmen", so dass das Instrument keine Töne mehr hervorbringen
konnte und der geniale Sohn nun zwar auf den Tasten herumhämmern
konnte, das Publikum aber keinen falschen Ton zu hören bekam (und 14
Pianisten zu sehen).Gottschalk tendierte also durchaus oft zu
praktischen Lösungen. Das unterstreicht auch die Tatsache, dass er
einmal komponiertes Material oft wiederverwertete
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